Köppen, Katharina and Lichtsteiner, David and Perrollaz, Sarah and Soland, Natalie (2026) Sicher Surfen – Prävention digitaler Betrugsmaschen für ältere Menschen. Masters thesis, OST – Ostschweizer Fachhochschule.
HCID-MT25-Pub26-Koeppen-Lichtsteiner-Perrollaz-Soland.pdf
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Abstract
Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet uns Menschen neue Chancen, bringt jedoch auch zunehmend komplexe Risiken mit sich. Während technische Sicherheitsmassnahmen stetig verbessert werden, verlagern Cyberkriminelle ihre Strategien zunehmend auf menschliche Schwachstellen. Viele ältere Menschen reagieren darauf mit Unsicherheit und meiden digitale Angebote, was ihre gesellschaftliche Teilhabe einschränkt.
Die vorliegende Masterarbeit «Sicher Surfen» untersucht im Auftrag des Dezentrums, welche Unterstützungsangebote ältere Menschen befähigen könnten, sich sicher im digitalen Raum zu bewegen und aktiv am digitalen Leben teilzunehmen. Auf Grundlage eines nutzer:innenzentrierten Research- und Gestaltungsprozesses nach «Collaborative UX Design» wird erforscht, wie digitale Grundkompetenzen sowie Präventionen gegen Social Engineering wirksam und nachhaltig vermittelt werden können.
Mittels qualitativer und quantitativer Methoden – darunter Marktanalyse, Zielgruppenbefragungen, Expert:inneninterviews und Umfragen – werden Personas sowie User Journeys entwickelt und validiert und zentrale Opportunities abgeleitet. Die Analyse zeigt, dass es trotz zahlreicher bestehender Angeboterelevante Lücken gibt. Um diese zu schliessen ist es notwendig, die psychologischen Mechanismen des Social Engineering mittels eines motivierenden, niedrigschwelligen Lernformats zu vermitteln. Zugleich wird deutlich, dass Prävention nur dann greift, wenn die Zielgruppe intrinsisch motiviert ist.
Im Verlauf der Arbeit stellt sich heraus, dass es dagegen wenig zielführend ist, Personen anzusprechen, die zwar zur Risikogruppe gehören, aber nicht selbst aktiv werden wollen. Auf dieser Basis entsteht ein erster App-Prototyp, der digitale Sicherheit durch kurze, praxisnahe, levelgerechte sowie relevante Lerneinheiten und gezielte Playification- sowie Selbstbefähigungs-Ansätze und Motivation der Nutzer:innen fördert.
Der Prototyp wird in Usability-Tests validiert, deren Ergebnisse einen klaren Bedarf an zielgruppenspezifischen Lern- und Präventionsangeboten bestätigen – insbesondere nach einem leicht zugänglichen, respektvollen Format, das Vertrauen und Selbstwirksamkeit stärkt.
Für eine erfolgreiche Umsetzung erweist sich die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partner:nneninstitutionen als zentral, da deren Empfehlungen einen entscheidenden Einfluss auf die Akzeptanz in der Zielgruppe haben.
Der gesamte Prozess zeigt zudem, dass durch ein kollaboratives Vorgehensmodell der Weg von einer ersten abstrakten Idee hin zu einem tragfähigen, nutzer:innenzentrierten Konzept strukturiert und effizient gestaltet werden kann.
| Item Type: | Thesis (Masters) |
|---|---|
| Subjects: | Topics > User Interface Design Area of Application > Academic and Education Area of Application > Security |
| Divisions: | Master of Advanced Studies in Human Computer Interaction Design |
| Depositing User: | Stud. I |
| Date Deposited: | 20 Apr 2026 20:40 |
| Last Modified: | 20 Apr 2026 20:40 |
| URI: | https://eprints.ost.ch/id/eprint/1380 |
